Dankbar auch in schwierigen Zeiten

17. Dezember 2021

 

Erzbischof Becker feiert in seiner Heimat Gottesdienst zum 725-jährigen Jubiläum von Stadt und Pfarrei Belecke

Paderborn / Belecke (pdp). Erzbischof Hans-Josef Becker rief in seiner Heimatgemeinde Belecke im festlichen Gottesdienst in der Heilig-Kreuz-Kirche zum 725-jährigen Jubiläum von Stadt und Pfarrei dazu auf, mit Offenheit, Vertrauen, Absichtslosigkeit und „voller Mitgefühl für die Anderen“ die Augen zu öffnen und die Welt zu sehen. 725 Jahre und somit 30 Generationen menschlichen Lebens seien ein Grund für Rückschau und Freude, aber auch in belastenden (Corona-)Zeiten vor allem für Dank, erklärte der Paderborner Erzbischof, der 1948 in Belecke geboren wurde und dort aufwuchs. Genau vor 725 Jahren, am 16. Dezember 1296, verlieh der Kölner Erzbischof als Landesherr des Herzogtums Westfalen die Stadtrechte an Belecke und damit auch die Pfarrrechte.

Nach dem Gottesdienst hielt Pfarrer Michael Schmitt aus Meschede in der Heilig-Kreuz-Kirche einen Impulsvortrag zum Thema „725 Jahre Stadt- und Pfarrrechte – Wo ist die Zukunft zu Hause?“. Das Pontifikalamt mit Erzbischof Hans-Josef Becker und der anschließende Impulsvortrag waren der Abschluss des Jubiläumsjahres, in dem es Anfang September 2021 ein Jubiläums-Wochenende mit Werkstattgespräch an der Propsteikirche sowie eine Fußwallfahrt nach Altenrüthen gab: Bis 1296 gehörten die Belecker Bürger zur Mutterpfarrei Altenrüthen, danach blieb Belecke durch regelmäßige Wallfahrten zum „Herrgott von Altenrüthen“ – einem mittelalterlichen Kreuz – mit Altenrüthen verbunden.

Heilender Blick des Kindes

Insbesondere im Advent als Zeit der Vorbereitung auf Weihnachten komme es darauf an, nicht auf andere herabzusehen, andere nicht abzuschätzen und sie dann klein zu machen, führte Erzbischof Becker in seiner Predigt aus. „Wir sollten voller Dank zum himmlischen Vater hinaufsehen, wie ein Kind. Der Blick des Kindes ist es, der uns heilt von der eigenen Blindheit und Verbohrtheit“, betonte der Paderborner Erzbischof.

Auch in einer Stunde des Andenkens an die wechselvolle Geschichte von Belecke mit all ihren Freuden und auch dem vielen Leid, den Kriegen und Kämpfen, den Stadtbränden und vielem mehr, sei es unerlässlich, die Welt mit liebenden und staunenden Augen anzusehen und das „Überraschende Gottes“ zu erwarten, erklärte Erzbischof Becker. Er zeigte sich gewiss: „Dann verändert sich unsere Welt, unser ganzes Leben. Möge das göttliche Kind in uns den Blick weiten für das Wesentliche, am Weihnachtsfest und im neuen Jahr 2022.“

725 Jahre Stadt und Pfarrei Belecke

Am 16. Dezember 1296 verlieh der Kölner Erzbischof und Landesherr im Herzogtum Westfalen, Siegfried von Westerburg, Belecke die Stadtrechte. Damit einher ging die Errichtung einer eigenen Pfarrei. Diese Ereignisse prägen – trotz aller Veränderungen – die Entwicklung und das Selbstverständnis von Belecke bis auf den heutigen Tag: Noch heute ist die Pfarrei in Belecke dank der ehrenamtlichen Gremien von Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat rechtlich selbstständige Pfarrei im Pastoralen Raum Warstein.

 

pdp – Pressedienst Paderborn/Thomas Throenle

Hier der Vortrag von Pfarrer Michael Schmitt zum Nachlesen