27.11.2025

Ziel ist Fairtrade-Town!

Wie sieht es mit der Zukunft der Eine-Welt-Gruppe aus? - Gedankenaustausch mit Interessierten im Rahmen einer Zukunftswerkstatt

Wie sieht es mit der Zukunft der Eine-Welt-Gruppe aus? – Ziel ist Fairtrade-Town!

Gedankenaustausch mit Interessierten im Rahmen einer Zukunftswerkstatt

Seit 38 Jahren gibt es in Belecke die Eine-Welt-Gruppe und seit dieser Zeit bereichern die Aktiven die heimische Vereinslandschaft. Sie sind es die ihren Schwerpunkt auf weltweite Solidarität mit dem Globalen Süden setzen. Sie präsentieren sich und die Verkaufsprodukte, alles fair gehandelte Waren, seit vielen Jahren in ihrem kleinen Laden in der Wilkestraße 11. Beim wöchentlichen Markttag setzen sie mit ihren Coffee-Stopp Schwerpunkte, sie bieten Belecker-Schokolade, Tee und Kaffee sowie weitere Produkte ihrer fair gehandelten Waren an.

Für viele Marktbesucher ist es eine gute Gelegenheit sich in Gesprächen über fair gehandelte Produkte zu informieren. Des weiteren bieten sie immer wieder Informationsveranstaltungen an die entwicklungspolitische Themen aufgreifen. Erst vor vier Jahren starteten sie einen Klimaworkshop und erarbeiteten eine Broschüre mit 21 Maßnahmen zum Klimaschutz im eigenen Umfeld. Die Gruppe präsentiert sich auch immer wieder. So sind sie immer auf dem Weihnachtsmarkt vertreten, organisieren das Fastenessen, unternehmen jährliche Betriebsausflüge, fördern die Nachhaltigkeit, sammelten vor einiger Zeit ausgediente Handys zum Recyceln und sind Initiatoren der Fairen Gemeinde St. Pankratius.

Nun ist die Gruppe unter dem Vorsitz von Susanne Heppe an einen Punkt angelangt an dem sie neu überlegen welche künftigen Schwerpunkte sie unterstützen möchten. Aus diesem Grund hatten sie im Vorfeld alle Belecker Vereine, Gruppen und Initiativen zu einem Gedankenaustausch mit dem Titel „Zukunftswerkstatt“ eingeladen. Professionelle Hilfe holten sie sich von Susanne Föller und Christian Maier, beide arbeiten im Team Weltkirche im Generalvikariat in Paderborn. Dieser Fachbereich macht weltkirchliches Handeln sichtbar und schafft lokale Handlungsangebote wie für die Eine-Welt-Gruppe.

Nachdem sich die beiden Moderatoren einen Überblick über die Tätigkeiten und den Werdegang der Gruppe verschafft hatten, wurde zunächst nach den Highlights der letzten Jahre gefragt. Der Coffee-Stopp auf dem Wochenmarkt steht an erster Stelle. Dabei komme man oft mit den Menschen ins Gespräch und habe so an Bekanntheit gewonnen, so die Meinung derer die dort die Waren anbieten. Nachhaltigkeit liegt den Mitgliedern schon immer am Herzen. Das soziale Gefälle der Industriestaaten zu den Entwicklungsländern und die Überschuldung sei von den Staaten einfach nicht zu stemmen. Die Entwicklungshilfe werde dabei im Keim erstickt. Dies seien letztendlich immer noch die Folgen der Kolonialisierung vor über 100 Jahren, so die Meinung einiger Teilnehmer.

Die Moderatoren forderten die Teilnehmer auf, einen Blick auf die Arbeit der Eine-Welt-Gruppe nehmen, als wären sie jetzt im Jahr 2032 und sollten eine Rückschau in die Vergangenheit wagen, wie sich der Verein entwickelt habe. Dabei kamen die unterschiedlichsten Gedanken hoch. So habe man den Online-Handel vorangetrieben, die Auslieferung der Ware im Stadtgebiet mit dem Lastenfahrrad bewältigt, ein größeres Ladenlokal oder Lagerplatz geschaffen und als Besonderheit die Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden innerhalb der Stadt Warstein aufgebaut. Ebenso sei die Teamarbeit mit Kooperationspartnern wie der Kulturinitiative KI, der Stadt, der Kirche und vieler Vereine vertieft worden. Eine entscheidende Wende in der Arbeit der Eine-Welt-Gruppen-Mitarbeiter wäre die Schaffung einer Fairtrade-Town. Unter Fairtrade-Towns verstehen die Eine-Welt Mitglieder, den fairen Handel auf städtischer Ebene und einer erfolgreichen Vernetzung von Akteuren aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft, die sich gemeinsam für den fairen Handel stark machen.

Zu diesem Blick aus der Zukunft in die Vergangenheit forderten die Moderatoren alle Teilnehmer dazu auf die Stärken der Gruppe hervorzuheben und die Herausforderungen zu berücksichtigen. Mögliche Fallen die bei den Gedanken sich zu verbessern mit einzuplanen und den Nutzen der Eine-Welt-Gruppe in den Vordergrund zu stellen. Nach den intensiven Diskussionen unter fachlicher Anleitung stellten die Teilnehmer fest, dass die Arbeit in Zukunft nur gut gelingen wird, wenn sie sich Schwerpunkte setzten: „Ladenlokal und mobiler Verkauf“, „Gemeinnütziger Verein oder nicht“, “Fairtrade-Town“ und „politische Dimensionen beachten“. Zu diesen Punkten hatten sich eine Vielzahl der aktiven Vereinsmitglieder bereiterklärt intensiv mitzuarbeiten, Wege und Mittel zu finden, um schnell zu positiven Ergebnissen zu kommen.

„Ohne die Moderation der beiden externen Berater hätte unsere Gruppe es nie geschafft durch Denkanstöße und Ergebnisse diese wichtigen Schritte zu erarbeiten. Wir streben diesen neuen Weg mit neuen Ideen für die Zukunft an“, so das Schlusswort von Susanne Heppe und bedankte sich bei Susanne Föller und Christian Maier mit einem kleinen Geschenk.

Michael Sprenger