Impuls zum Sonntag

Die Nähe eines Menschen

Wussten Sie schon, dass die Nähe eines Menschen gesund machen, krank machen, tot und lebendig machen kann? Wussten Sie schon, dass die Nähe eines Menschen gut machen, böse machen, traurig und froh machen kann? Wussten Sie schon, dass das Wegbleiben eines Menschen sterben lassen kann, dass das Kommen eines Menschen wieder leben lässt? Wussten Sie schon, dass die Stimme eines Menschen einen anderen Menschen wieder aufhorchen lässt, der für alles taub war? Wussten Sie schon, dass das Wort oder das Tun eines Menschen wieder sehen machen kann, einen, der für alles blind war, der nichts mehr sah, keinen Sinn mehr sah in dieser Welt und in seinem Leben? Wussten Sie das alles schon?“ (aus: Wilhelm Willms: der geerdete Himmel)
Natürlich wussten wir das alles schon. Wir haben es doch erfahren, mit uns und mit anderen. Erfahren ja, aber was folgte für uns daraus? Ziehen wir aus unseren Erfahrungen Konsequenzen? Nähe für den, bei dem es sich auszahlt? Wegbleiben für den, bei dem wir Schwierigkeiten erwarten? Wort für den, der sowieso schon hört? Dann aber bleibt alles beim Alten: Ferne, Distanz, Abstand, Kaste, Partei, Schranken… Aber Nähe für den, bei dem es sich nicht auszahlt. Kommen für den, der keine Hoffnung mehr hat. Wie oft suchen die Menschen vergeblich.
Da gab es einen Menschen, der hier nicht enttäuschte, der denen Nähe schenkte, von denen man sich fernhielt, der denen Stimme gab, die keine mehr hatten: Jesus von Nazareth. „Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken“, sagt er. Und danach handelte er. Warum war und ist er so? Weil er den Gott kannte und kennt, der keine Opfer aber dafür Barmherzigkeit will. Einer wie Jesus verleiht Hoffnung – auch heute; nämlich, dass das Wort und das Tun dieses einen, der damit anfing, nicht vergeblich war. Und dass wir solche Menschen werden, die solche Erfahrungen vermitteln.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag und eine gute neue Woche.

Pastor Josef Heers