18.07.2026

Wo Musik die Seele berührt: Ein Benefizabend für das neue Hospiz

Unter dem Motto „Musik genießen und Gutes tun“ kamen Spenden für den Bau des neuen Hospizes in Lippstadt zusammen.

Ein wundervoller Abend in der vollbesetzten Pankratiuskirche in Warstein setzte ein eindrückliches Zeichen der Mitmenschlichkeit. Unter dem Motto „Musik genießen und Gutes tun“ kamen Spenden für den Bau des neuen Hospizes in Lippstadt zusammen.

Wie dringend dieser Ort der Geborgenheit benötigt wird, machten Nathalie Peter (Hospiz Soest) und Sebastian Thiemann (Christliche Hospize) deutlich: Die Anfragen von Menschen, die ihre letzte Lebensphase in Würde verbringen möchten, übersteigen die Plätze bei Weitem. Im Hospiz steht nicht die Krankheit im Fokus, sondern der Mensch in all seiner Einzigartigkeit. Um diesen geschützten Raum des Abschieds zu schaffen und zu erhalten, ist die Einrichtung auf Spenden angewiesen.

Dass diese Aufgabe uns alle angeht, zeigte die solidarische Unterstützung aus Kirche, Politik und Medizin – vertreten durch Pfarrer Markus Gudermann, Bürgermeister Maximilian Spinnrath und Dr. Thomas Schumacher vom Krankenhaus „Maria Hilf“ in Warstein. Allein durch ihr Kommen unterstrichen sie die Bedeutung von Würde und Zusammenhalt in unserer Region.

Es war ein Abend, der Gänsehautmomente schenkte und noch lange nachklingen wird – voller Emotionen, inniger Verbundenheit und musikalischer Magie. Schon beim gemeinsamen Eröffnungslied der drei Chöre – Barditus aus Sundern-Allendorf, den Hospital-Singers vom Klinikum Lippstadt und den Mixed Voices aus Sichtigvor – war die Luft von einer ganz besonderen Energie erfüllt. Unter der leidenschaftlichen Leitung von Elvira Steinwachs und harmonisch begleitet von Wolfgang Bitter am Klavier erfüllte das Stück „Let Music Live“ mit gewaltigem Klang den gesamten Kirchenraum.

In ihren anschließenden Begrüßungsworten erinnerte Elvira Steinwachs an den im Februar verstorbenen Kirchenmusiker Heinz Helmut Schulte und würdigte sein musikalisches Wirken im Pastoralen Raum Warstein. Während der folgenden Schweigeminute war es so andächtig still, dass man eine Stecknadel hätte zu Boden fallen hören können.

Nach diesem Moment des Innehaltens entfaltete sich das vielseitige Konzertprogramm. In ihren Liedbeiträgen nahmen die Chöre die Zuhörer mit auf ein unvergessliches Erlebnis: Es ging um den Menschen selbst auf seiner Lebensreise, in seinen Beziehungen zu den Mitmenschen und zu Gott. Schnell sprang der Funke über. Die Chöre bauten spürbare Verbindung zum Publikum auf, sodass Akteure und Gäste im Laufe des Abends förmlich zu einer Einheit verschmolzen.

In den Gesichtern spiegelte sich pure Ergriffenheit. Es wurde still geschwelgt, leise eine Träne weggewischt und der Musik mit jeder Faser des Seins gelauscht – ein Moment, in dem die Grenze zwischen Chorraum und Kirchenschiff nahezu verschwand.

Einen weiteren emotionalen Höhepunkt bildete das Lied „Shalom“. Mit dieser eindringlichen, musikalischen Bitte um Frieden berührten die Chöre die Menschen im Innersten. Erst danach wurde das Publikum mit dem gesungenen Wunsch „Möget Ihr wohl behütet sein“ verabschiedet. Die herzliche Bitte, die Spendenkörbe zu füllen, war dabei nett in den Zeilen des letzten Liedes „Kommt gut heim“ verpackt. Und die Menschen antworteten mit beeindruckender Großzügigkeit: Die unfassbare Summe von knapp 7.000 Euro kam allein an diesem Abend zusammen. Ein großartiges Geschenk, für das die drei Chöre aus tiefstem Herzen „Danke!“ sagen.

Die Begeisterung war so überwältigend, dass noch am selben Abend der Wunsch nach einer Wiederholung in Lippstadt an die Chöre herangetragen wurde. Die Sängerinnen und Sänger ließen sich sofort anstecken. Auch wenn ein solches Gemeinschaftsprojekt organisatorische Vorbereitung braucht und nun intensiv an der Realisierung gearbeitet wird, steht fest: Die Wiederholung kommt! Wer diesen Abend verpasst hat oder noch einmal genießen möchte, darf sich freuen – der Termin wird frühzeitig bekannt gegeben.

Petra Hucht