Begegnungsabend mit Bischof Jude N. Silva aus Sri Lanka / Angeregter Austausch mit Misereor-Projektpartner zum Thema „Menschenwürde“
Warstein. Im Rahmen der Fastenaktion des katholischen Hilfswerks Misereor besucht Bischof Jude derzeit das Erzbistum Paderborn. Am Mittwoch, 19.03.2025, informierte er Gemeindemitglieder auf Einladung der Fairen Gemeinde St. Pankratius Belecke im Rahmen eines Begegnungsabends über die Arbeit der Caritas Sri Lanka-SEDEC.
„Auf die Würde. Fertig. Los!“ – so lautet das Motto der diesjährigen Misereor-Fastenaktion. Als Beispielland hat Misereor in diesem Jahr Sri Lanka ausgewählt und stellt die Lebensumstände der Hochlandtamil*innen in der Diözese Badulla in den Mittelpunkt der Kampagne. Die Diözese in der Mitte des Inselstaats Sri Lanka wird seit Mitte 2023 von Bischof Jude Nishanta Silva geleitet, der zuvor Caritasdirektor in Badulla war.
Nach einführenden Worten der Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Anja Werthmann und von Susanne Föller aus dem Team Weltkirche im Erzbischöflichen Generalvikariat Paderborn berichtete Bischof Jude eindrucksvoll von der Arbeit der Misereor-Partnerorganisation Caritas Sri Lanka-SEDEC. Dass es gerade ein katholisches Projekt ist, das den Menschen auf den Teeplantagen im Hochland Sri Lankas zu einem menschenwürdigen Leben verhelfen möchte, ist dabei keineswegs selbstverständlich. „Lediglich 7% der Menschen in Sri Lanka sind katholisch“, betonte der Bischof. „Aber wir machen da im Kontakt mit den Menschen keinen Unterschied.“
Besonders beeindruckt waren die Zuhörenden von den Erläuterungen des Bischofs über die Arbeit der Teepflückerinnen. „Das Teepflücken ist eine Aufgabe, die ausschließlich von Frauen übernommen wird. Die Frauen pflücken mit Körben auf dem Rücken an den teils steilen Hängen 20 bis 30 kg Teeblätter pro Tag. Dafür werden sie mit umgerechnet 4 Euro entlohnt.“ Bildlich konnten die Anwesenden anhand eines Kurzfilms zur Fastenaktion einen Einblick in den Alltag der Hochlandtamil*innen gewinnen.
Auf die Frage nach Möglichkeiten, den widrigen Lebensumständen auf den Plantagen zu entkommen, antwortete der Bischof: „Bildung ist hier der einzige Schlüssel. Daher bieten wir zum einen Stipendien für begabte Schüler*innen an, damit diese eine weiterführende Schule besuchen und einen berufsqualifizierenden Abschluss erwerben können.“ Zum anderen unterhält Caritas Sri Lanka-SEDEC drei Mädchenwohnheime, in denen jungen Frauen Perspektiven außerhalb der Teeplantagen aufgezeigt werden. Hier erlernen sie zum Beispiel das Nähen oder bekommen über Kleinstkredite die Möglichkeit, sich ein eigenes Geschäft aufzubauen.
„All diese Arbeit, die den Hochlandtamil*innen ein menschenwürdiges Leben ermöglichen soll, ist nur möglich durch Spendengelder – auch aus Deutschland.“ Voller Dankbarkeit für das Interesse am Austausch ermutigte Bischof Jude die Teilnehmenden, in ihren unterschiedlichen Kontexten auf die Situation in Sri Lanka aufmerksam zu machen. Die Kollekte in den katholischen Gottesdiensten am 5. Fastensonntag (6. April) kommt der Projektförderung durch Misereor zu Gute. www.fastenaktion.misereor.de
Susanne Föller, Erzbistum Paderborn